Hutzelbrot – das schwäbische Original 4



Zutaten für den Teig:

Zutaten für den Vorteig:

300 g Weizenmehl Type 1050

200 ml Fruchtbrühe

30 ml Spirituosen

30 g Zucker

2 g Salz, Citrone, Zimt, Nelken Kardamom, Muskat nach eigenem Geschmacksempfinden.

Trockenfrüchte:

Je 300 g Birnen, Zwetschgen, Aprikosen, Sultaninen,

400 g Feigen, 200 g Korinthen

100 g Walnüsse

100 g ganze Mandeln

Je 20 g Citronat und Orangeat


Herstellung des Teiges:

Das Mehl mit den Gewürzen sieben. Mit der Fruchtbrühe, Hefe, Spirituose, Zucker und Salz einen Teig bereiten und diesen 30 Minuten ruhen lassen.

Verarbeitest du getrocknete Softfrüchte, mußt du diese nur zerkleinern. Hartgetrocknete Früchte müssen je nach Härtegrad weich gekocht werden. Bei geschwefelten Früchten die Brühe wegleeren, bei ungeschwefelten sollte sie als Teigflüssigkeit verwendet werden

Die Früchte GROB zerkleinern. Citronat und Orangeat klein hacken, bei Feigen den Stiel entfernen.

Den gegarten Vorteig auf die zerkleinerten Früchte geben.

Die Früchte unter den Teig mischen und 6 Brote je 430 g abwiegen oder 9 x 290 g. Die Brote sollten auf ein Backblech passen.

Das Formen der Brote muß mit Wasser erfolgen. Die Hände nass machen, die Brote formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech absetzen

Auf die geformten Brote geschälte Mandeln auflegen und diese kräftig andrücken. Die Brote 30 Minuten bei Raumtemperatur garen lassen.

Bei 190° C auf der untersten Schiene einschieben und 50 Minuten backen. Bei kleineren Broten verkürzt sich die Backzeit. Nach dem Backen die Brote “lackieren” Dazu 25 g Zucker mit 10 ml heißem Wasser verrühren und die Brote in noch heißem Zustand abstreichen.


Hutzelbrot – der schwäbische Klassiker zu Weihnachten!

Fruchtig – saftig – aromatisch!


Wusstest Du?
Dass Hutzelbrot vom Ursprung her ein schwäbisches Festgebäck ist. In einem herkömmlichen Brot wurden an Weihnachten Trockenfrüchte mit verarbeitet und so entstand das Festbrot. Da die getrockneten Birnen “runzelig” sind, werden sie als “Hutzeln” bezeichnet, daher der Name “Hutzelbrot”

Hutzelbrot, Früchtebrot, Schnitzbrot, Kletzenbrot sind alles Bezeichnungen für dieses Spezialbrot.

Das Brot durfte niemals vor Weihnachten angeschnitten und verzehrt werden, sonst brach ein Unglück über die Familie herein. Nach meiner Vermutung wollte man durch diese Mahnung die Naschkatzen abhalten!

Tipps und Tricks:

Wenn du das Hutzelbrot nur für Erwachsene backst, kannst du Sultaninen und Korinthen 2-3 Tage vor der Verarbeitung in Spirtuosen einweichen.

Hast du keine dunkle Fruchtbrühe, kannst du dem Teig eine dunkle Farbe geben, indem du zu den Gewürzen ca. 20 g Kakao zugibst.

Das Hutzelbrot kann über Monate verpackt, ohne Qualitätsverlust aufbewahrt werden. Keinesfalls solltest du aber frische Früchte mit verarbeiten. Dann wird das Brot schnell schimmelig!

Wenn du ein Freund von exotischen Früchten bist, kannst du eine Sorte Trockenfrüchte ersetzen z. B durch getrocknete Mangos, Cranberrys oder Ähnlichem.

Ich plündere vor dem Backen meine Hausbar und ersetze die Teigflüssigkeit durch Liköre oder andere Spirituosen.

Nach einer Lagerung von ca. einer Woche entwickelt das Brot erst sein volles Aroma. Dazu sollte es gut verpackt werden, in Folie oder Tupper.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

4 Gedanken zu “Hutzelbrot – das schwäbische Original

  • Robert

    Hallo Peter, vielen Dank für den schönen Blog und das Rezept, das ich für unser Adventsfeuer umsetzen werde. Einen Verbesserungsvorschlag habe ich noch: Die Menge der Spirituose würde ich verdoppeln und die Hälfte davon dann für den Bäcker abzwacken zum Überbrücken der halben Stunde, die der Vorteig braucht.
    In diesem Sinne eine schöne Adventszeit!
    Robert

    • Peter Lohrer Autor des Beitrags

      Hallo Robert, vielen Dank für deine Kommentar. Ich werde mir nächstes Jahr überlegen, ob ich deinen Verbesserungsvorschlag umsetze, habe allerdings die Befürchtung, dass ich dann einschlafen werde und durch Rauchzeichen und Feuerwehrgedöns geweckt werde.
      Hoffe, dass deine Adventsfeier durch dein Hutzelbrot bereichert wird und würde mich riesig freuen, wenn du mir dein Ergebnis mitteilst.
      Liebe Grüße Peter

  • Robert

    Lieber Peter, ich mache gerade den Teig für das Huzelbrot. Mir stellt sich dabei die Frage, ob es bei diesem Teig auch besser ist ihn länger zu kneten, dass sich das Klebergerüst bilden kann. Habe jetzt nämlich nur den Handrührer genommen und nicht allzu lange gerührt. Der Teig hat eher die Konsistenz von Spätzlesteig. Wie siehst Du das?

    • Peter Lohrer Autor des Beitrags

      Hallo Robert, das Verhältnis Früchte- Teig ist hier außergewöhnlich im Ungleichgewicht zu Gunsten der Früchte. Das Klebergerüst spielt hierbei eine untergeordnete Rolle und hat backtechnisch keine wesentliche Auswirkung. Der Teig hat im Prinzip nur die Aufgabe, die Früchte zu binden und zusammenzuhalten. Die Konsistenz von Spätzlesteig erleichtert dir sogar die Weiterverarbeitung. Also mutig die Brote formen und backen. Das Ergebnis würde mich aber schon interessieren.
      Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit dir und deinen Lieben Peter